Laika - Hellenic Musicbox

 

RPI Laika - Hellenic Musicbox - Griechische Musik - mit Rembetiko Aufnahmen - Traditionell & Modern - Greek Folk etc...

 

mit Markos Vamvakaris, Poly Panou, Marinella, Babis Tsetinis, Despina Vandi, Anastasia Moutsatsou ... u.a.

 

Rembetika

Bouzouki
Bouzouki

Die Rembetika ist eine der beliebtesten Musikstile der Griechen in allen Bevölkerungsschichten.

 

Eine großartige Zeit der Rembetika-Musik lag in den 1950er und 1960er Jahren mit den beschwingteren Melodien. Die Musik dieser Zeit ist auch heutzutage noch weitverbreitet.

 

Die Geschichte der Rembetika-Musik

 

Der Mittelpunkt der Rembetika war der Hafen von Piräus. Die Rembetika ist eine derbere Form städtischer Volksmusik. Man hatte sie sogar oft mit dem Blues verglichen. Wahrscheinlich stammt der Name vom türkischen Wort "Rembet" (Außenseiter) ab.

 

Die ersten Rembetika-Lieder traten um 1800 zum ersten Mal in Erscheinung. Bis 1920 wurden die melancholischen Stücke ausschließlich von den unteren Gesellschaftsschichten gesungen.

 

Nach 1922, nach der sozialen Katastrophe, drängten eineinhalb Millionen Flüchtlinge nach Griechenland. Als der Griechisch-türkische Krieg von 1921/1922 zu Ende war und Griechenland ihn verlor, sah sich Griechenland gezwungen, einen immensen Flüchtlingsstrom aufzunehmen.

 

Oft durch den Umständen gezwungen, lebten die Heimatlosen in sehr schlechten Behausungen, schliefen sogar in Bahn- und Hinterhöfen. Viele von ihnen kämpften ums nackte Überleben.

 

Nachdem sich die Situation stabilisiert hatte begann der Aufschwung des Rembetika. Die neuen Einwohner erweckten ihre anatolisch durchsetzte Rembetika, die eine neue Schärfe erhalten hatte, durch die bitteren Erfahrungen, zu neuem Leben. Dadurch wurde auch das bisher männliche Nachtleben der Stadt und des Hafens durch die neuen Einwohner revolutioniert. Unter die spätabendliche Gesellschaft mischten sich nun auch Damen, Prostituierte und Derbederisses, die weibliche Form der Rembetisten.

 

Diese Mischung aus bunt zusammengewürfelten Rembetisten bildeten eine eigenwillige Subkultur am Rande der Gesellschaft. So hatten sie ihre eigene Art, sich zu kleiden: englischer Schneideranzug, blank polierte, spitz zulaufende Schuhe und Borsalino-Hut. Zusätzlich sprachen die Rembetisten einen ausgesprochen breiten Akzent (Argot).

 

An den Abenden traf man sich in heruntergekommenen, verrauchten Buden (Tekethes) und vertrieben sich ihre Sorgen mit Musik.

 

In den 1920er Jahren gab es in Griechenland zwar schon Gesetze gegen den Genuss von Haschisch, aber sie wurden erst unter der Metaxas-Diktatur auch vollzogen.

 

Unter der Metaxas-Regierung wurde die Rembetika sogar verboten.

 

Manche Rembetika-Lieder erzählen von der Hoffnung auf bessere Tage, die sich aber für die meisten der Rembetisten nie erfüllte. Etliche schlossen sich den Manges an, Gruppen von Rauf- und Saufbolden, die nicht selten ihre Streitigkeiten mit der Waffe austrugen und im Gefängnis landeten.

 

Viele Rembetisten verhungerten im Zweiten Weltkrieg, die Überlebenden mussten lernen, sich einem anderen Lebensstil anzupassen.

 

So spielten sie in großen Orchestern die auch heute noch beliebte "elektronische Rembetika".

 

Rembetika Instrumente und Tänze

 

Die bekanntesten Rembetika Instrumente sind die "Bouzouki" (eine Art Mandoline) und die "Baglama" (eine kleinere Form der Bouzouki).

 

In der klassischen Zeit der Rembetika (1930-40) wurde die "Bouzouki" gewöhnlich solo mit Gitarren- oder Baglamabegleitung gespielt.

 

Später kamen noch eine zweite Bouzouki und ein Akkordeon oder Klavier, ein "Santouri" oder "Kanoni" (der Zither ähnliche Instrumente) dazu.

 

In den 1960er Jahren wurden die Orchester immer größer. Zusätzlich bereicherte man sie mit elektronischen Instrumenten und Schlagzeugen. Der ohrenbetäubenden Vermarktung dieser Volksmusik war der Weg bereitet.

 

Natürlich ist die Rembetika ohne ihre ausdrucksvollen Tänze nicht denkbar. Die bekanntesten sind der Solotanz "Zeybekiko" und der "Hasapiko", der von zweien oder dreien im Gleichschritt getanzt wird.

 

Der sinnlichere "Tsifteteli" (Bauchtanz) und der paarweise ausgeführte "Karsilama" wurden aus Anatolien importiert und sind nicht so häufig zu sehen.

 

Griechischer Tänzer in Taverne
Griechischer Tänzer in Taverne

Text: Daniel Banse

Bild "Griechischer Tänzer in Taverne": Melcophone Athens